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Gemeinsam stark für eine ganzheitliche Medizin


Bür-ja-krankenhaus für Hamburg

Die Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Integrativen Bürgerkrankenhauses für Hamburg am 2. Dezember 2015 war ein vielversprechender Anfang. Fast 200 Menschen fühlten sich angesprochen und waren gekommen, um sich zu informieren. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Auslösend war die Umwandlung der Station für Integrative Medizin am Asklepios Westklinikum Hamburg in eine geriatrische Frührehabilitation zum Jahresende 2015. Die seit 1973 bestehende Station bot ein in Norddeutschland einmaliges Behandlungsspektrum an akut-internistischer stationärer Integrativer Medizin, das von PatientInnen aus ganz Norddeutschland in Anspruch genommen wurde und in dieser Form nun verloren geht.

Die drei Vereine Gesundheit aktiv e.V., Victor Thylmann Gesellschaft e.V. und Freundeskreis Erweiterte Heilkunst e.V., gemeinsam Initiatoren der Gründungsinitiative, möchten Methodenvielfalt,Therapiefreiheit und den individuellen, am Menschen orientierten Ansatz im Bereich der stationären Medizin für den norddeutschen Raum erhalten bzw. neu etablieren.

Dr. Jörn Klasen, Internist im Zentrum für Interdisziplinäre Medizin am Klinikum Stephansplatz und ehemaliger Chefarzt der Abteilung in Rissen, eröffnete den Reigen der Referenten und erläuterte das Konzept der Integrativen Medizin. Zu fragen sei, was für den jeweiligen Patienten individuell richtig sei, wie sich Krankheiten, begriffen als Entwicklungschancen, in die jeweilige Biografie integrieren ließen und wie Gesundes gestärkt und Selbstheilungskräfte mobilisiert werden könnten.

Dr. Olaf Städler, Chefarzt am Einbecker Bürgerspital, machte Mut und sorgte für „Wind unter den Flügeln“, indem er schilderte, wie das von Schließung bedrohte Krankenhaus (116 Betten) von den Bürgern der Stadt übernommen wurde und jetzt schwarze Zahlen schreibt. Er forderte auf, sich nicht durch Widerstände beirren zu lassen.

Berührend waren die Berichte einzelner Patienten, die von Maria Pajeken, Vorsitzende des Freundeskreis Erweiterte Heilkunst e.V., behutsam interviewt, schilderten, was sie auf der Station für Integrative Medizin in Hamburg-Rissen erlebt haben. Die an Ressourcen anknüpfenden und nachhaltig stärkenden Therapien wurden als wohltuend erlebt, die künstlerische Auseinandersetzung mit eigenen Grenzen als Chance, etwas Neues zu entwickeln. Kern aller Patientenaussagen: sie sich fühlten sich „gesehen“.

Martin-Günther Sterner, Internist und Chefarzt am Klinikum 1 Niederlausitz, legte Wert darauf, mehr das Verbindende denn das Polarisierende ins Auge zu fassen (nicht: gegen, sondern: für). Sein besonderes Interesse gilt der Frage, wie sich Strukturen entwickeln lassen, die eine menschengemäße Medizin ermöglichen. Er beschrieb, wie es an seiner Klinik Schritt für Schritt aus einer inneren, wertorientierten Haltung heraus zu Umdenken und Verhaltensänderungen gekommen sei. Eine liebevolle Haltung – allgemeine wie spezielle Menschenliebe – bringe das Notwendige von selbst hervor. Die Begegnung von Mensch zu Mensch sei die eigentliche Kulturfrage, um die es hier gehe.
Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Kinderarzt und geschäftsführender Vorstand des Bürger- und Patientenverbandes Gesundheit aktiv e.V., akzentuierte den politischen Aspekt. Entscheidungen im Gesundheitswesen erfolgten hierarchisch „von oben nach unten“; Mitsprache des Patienten als Individuum, Bürger und Verbraucher sei gar nicht vorgesehen. Ein Aufbrechen der verhärteten Strukturen scheine nur von Patientenseite her möglich.

Annette Bopp, Biologin und Journalistin, schloss als Hamburgerin den Reigen der Referenten. Sie gab zu bedenken, dass heute Heilung im Krankenhaus nur noch angestoßen werde (durchschnittliche Liegedauer 5,2 Tage), und forderte deshalb, vernetzt zu denken, den ambulanten und Reha-Bereich zur Akut-Versorgung hinzuzudenken.
Abschließend wies Frau Bopp auf den – damals noch nicht bindenden – Volksentscheid vom 29.2.2004 hin, in dem sich 76,8% der Hamburger Bevölkerung gegen die Privatisierung der landeseigenen Krankenhäuser ausgesprochen hatten, verkauft wurde trotzdem, die meisten an Asklepios. Das Ergebnis des Volksentscheides von damals (Motto:„Gesundheit ist keine Ware“) lasse hoffen, die Hamburger Bevölkerung für das geplante Projekt zu erwärmen.

Am Veranstaltungsabend ist diese Erwärmung der Zuhörer schon überzeugend gelungen.
Beglückend war die große Zahl junger Teilnehmer. Eine extra aus Witten angereiste Delegation junger Medizinstudenten bot logistische Unterstützung und kreative Ideen an, um weitere junge Medizinstudenten zu erreichen. Die künftigen Ärzte brannten darauf, in einem Krankenhaus wie dem geplanten Arbeits- und Praktikumsstellen zu finden.
Auf Nachfrage meldeten sich weitere Menschen mit betriebswirtschaftlichen Kompetenzen und kaufmännischer Erfahrung, z.T. auch im Gesundheitsbereich, die sich bereit erklärten, Verantwortung zu übernehmen und das Projekt tatkräftig zu unterstützen. Der Geschäftsführer der securvita- Krankenkasse hatte ein Grußwort gesandt.

Wenn Sie sich für die Ziele der Initiative erwärmen können, unterstützen Sie uns ideell, praktisch, finanziell! Bringen Sie sich mit Ihren Fähigkeiten und Ideen ein!
Das nächste Treffen im neuen Jahr findet statt

am Mittwoch, den 27. Januar 2016 um 18.30 Uhr in der GLS Gemeinschaftsbank, Düsternstraße 10, 20355 Hamburg

Kontakt: Telefonisch stehen als Ansprechpartner zur Verfügung:
Hans-Christian Löber (Victor-Thylmann-Gesellschaft e.V.): 040/81 33 53
Beate Bitter-Postelt (Freundeskreis Erweiterte Heilkunst.e.V.): 04103) 18 00 882

Spenden: Konto des Freundeskreises Erweiterte Heilkunst e.V. bei der GLS-Bank: IBAN DE 81 4306 0967 2049 8926 Stichwort: Bürgerkrankenhaus

 

Initiative Bürgerkrankenhaus Hamburg Veranstaltung am 2.12.2015

 


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Ein integratives Bürgerkrankenhaus für Hamburg

Am Mittwoch den 2. Dezember findet die Auftaktveranstaltung für die Initiative Bürgerkrankenhaus um 18 Uhr in der Patriotischen Gesellschaft, Hamburg statt. Das Rahmenprogramm ist unter www.initiative-buergerkrankenhaus.de einzusehen.

Es wäre schön, wenn sich an diesem Abend weitere Menschen finden, um an der Idee und Verwirklichung weiterzuarbeiten, denn Hamburg braucht ein integratives Krankenhaus!

Wir freuen uns auf Sie!
Flyer integratives Bürgerkrankenhaus