Bitte beachten:

Die Darstellung der Station galt bis 31.12.2015.
Seit 1.1.2016 ist die Station in eine
Integrative Geriatrie umgewandelt worden

 

Unser integratives Konzept der Krebsbehandlung

Für viele Menschen bedeutet die Diagnose „Krebs“ einen Wendepunkt und Neubeginn. Sie fragen sich, welche der angebotenen Diagnosen und Therapien sie zu ihrer physischen Stabilisierung nutzen können und erleben häufig den Zwiespalt zwischen schulmedizinischer und komplementärmedizinischer Ausrichtung. Die Ärzte der Station für Integrative Medizin beraten die Erkrankten dabei, den ihnen angemessenen Weg der Behandlung zu finden. Ihre onkologische und komplementärmedizinische Kompetenz ermöglicht es, mehrere Ansätze miteinander zu verknüpfen. So fühlt sich der Patient nicht „zerrissen“, mit der Entscheidung für einen Behandlungsweg einen anderen eventuell ausschließen zu müssen. Nicht die Frage des „ob“, sondern die des „wie“, also der Verknüpfung, wird entscheidend.

Tumordiagnostik und -therapie

Zunächst gilt es, mit wenig belastender, aber möglichst effektiver Diagnostik die Diagnose der Tumorerkrankung zu sichern. Dafür stehen uns bei Bedarf alle Verfahren eines modernen Klinikums zur Verfügung:

  • Endoskopie und Bronchoskopie zur invasiven Diagnostik
  • Histologie inklusive immunhistochemischer Differenzierung
  • CT und MRT
  • ambulante Chemotherapie am Krankenhaus
  • Strahlentherapie in einer nahegelegenen Einrichtung

Auf Wunsch ist es jederzeit möglich, das Diagnose- und Therapiekonzept mit einer an der Klinik assoziierten, konventionell arbeitenden Onkologin zu besprechen und zu vertiefen.

Die Gesundungskräfte stärken

Das Auftreten eines Tumors zeigt in der Regel an, dass das Immunsystem den verschiedenen Stufen des Tumorbildungsprozesses nicht Einhalt gebieten konnte. Viele Maßnahmen des integrativen Therapiekonzepts zielen deshalb neben der Bekämpfung des Tumorgeschehens auf die Stärkung des Immunsystems:

  • Arzneimitteltherapie (einbezogen werden können anthroposophische, phytotherapeutische, homöopathische und bei Bedarf auch allopathische Medikamente), insbesondere die Misteltherapie
  • Heileurythmie (eine Bewegungstherapie)
  • Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman
  • Anthroposophische Krankenpflege mit äußeren Anwendungen wie Wickeln, Auflagen und Einreibungen

Gestärkt aus der Krankheit hervorgehen
Warum eine Tumorerkrankung auftritt, lässt sich nie mit Sicherheit sagen, diese Frage endet meist in einer Sackgasse. Viel wichtiger sind die Fragen „Wie kann authentisch auf diese Erkrankung geantwortet werden?“ und „Wie lässt sich der standardisierte Behandlungsweg mit dem individuellen Weg verknüpfen?“. Die Anthroposophische Medizin ist hierfür besonders geeignet, da sie über die Wahrnehmung der physischen, seelischen und geistigen Identität des Menschen Behandlungsansätze sucht, die immer individuell sind.

Als Verfahren stehen uns zur Verfügung:

  • Biografiearbeit
  • psychoonkologische Beratung
  • Anthroposophische Kunsttherapien wie Malen, Plastizieren, Musiktherapie
  • sowie Beratungen zu Lebensführung, Ernährung und Alltagsgestaltung

In der Summe dieser Verfahren und in ihrem Miteinander ist es möglich, Aspekte einer zukünftigen Ausrichtung des Menschen zu stärken, die über seine bisherigen eigenen Gedanken und Möglichkeiten hinausgehen.

Zudem kann der Patient aggressive Therapien wie Chemo- und Strahlentherapie oder Operationen viel leichter ertragen, da er aus der Stärkung seiner Gesundungskräfte und dem Erkennen seiner individuellen Möglichkeiten neuen Sinn und neue Kräfte erschließen kann.

Misteltherapie

Die Misteltherapie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Krebsbehandlung. Sie ermöglicht es, dass der bezogen auf die Abwehr „schlafende“ Organismus „geweckt“ wird und sich gegen die Tumorzellen wehren kann, was sich in einer erhöhten Körpertemperatur widerspiegelt.

Der sinnvolle Einsatz der Mistelpräparate erfordert eine langjährige Erfahrung der Ärzte. Der Körper soll ausreichend, aber nicht überreagieren. Dafür müssen die verschiedenen Verfahren der Mistelherstellung, die Wirkstoffgehalte der Mistelpräparate und die unterschiedlichen Wirtsbäume der Mistel bekannt sein.

Die Mistel kann allein oder in Kombination mit der Chemotherapie eingesetzt werden und vermindert nach den Erfahrungen der Station die Nebenwirkungsrate deutlich. Auch hier ist Expertenwissen erforderlich, da die Anwendung extrem abhängig ist von der jeweiligen Tumorart. Auf der Station für Integrative Medizin wird die Mistel subkutan oder als Kurzinfusion verabreicht, um die Wirkung zu steigern. Mit weiteren anthroposophischen / homöopathischen Arzneimitteln lässt sich in der Regel eine Effizienzsteigerung und eine Verbesserung des Befindens erreichen. Immer wieder gelingt es, mit der Misteltherapie Krankheitsverläufe entscheidend zu beeinflussen und dem Patienten zugleich eine deutlich bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Ein systematischer Überblick zur Evidenzlage der Misteltherapie findet sich auf www.misteltherapie.de.